Grundschule Kleine Kielstraße, Dortmund

Die Grundschule Kleine Kielstraße wird durch einen Neubau ersetzt. Dabei sollen vor allem ein modernes Pädagogikkonzept sowie die Planung und Bauausführung unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit im Fokus stehen.

P+ Architekten Ingenieure sind als Generalplaner beauftragt, den Abriss und den Neubau der Grundschule mit einer Zweifachsporthalle zu planen. Die begrenzte Grundstücksfläche im Verhältnis zum Raumbedarf mit Cluster-Struktur für die vierzügige Schule und Offenem Ganztag stellt eine besondere Herausforderung dar. Hinzu kommen die Vorgaben der Stadt Dortmund zur Einhaltung der Dortmunder Immobilienstandards (DIS), der Schulbauleitlinie sowie eine nachhaltige Gebäudeplanung.

BIM-Planung und Lebenszyklusanalyse
Mithilfe eines digitalen Gebäudemodells verglichen P+ Architekten Ingenieure verschiedene mögliche Planungsvarianten. Entscheidend waren dabei nicht nur die Investitionskosten der Bauphase, sondern auch die Ergebnisse der Lebenszyklusanalyse über einen Zeitraum von 40 Jahren. Der favorisierte Gebäudeentwurf als Holzbau oder in Holzhybridbauweise sieht als konstruktives Grundkonzept eine Skelettbauweise mit einem regelmäßigen Stützenraster vor. Das konstruktive Grundkonzept sorgt nicht nur für ein günstiges Verhältnis zwischen Hauptnutzflächen und Nebennutzflächen sondern ermöglicht auch eine vorausschauende flexible Um- und Nachnutzung.

Moderne Lerncluster prägen Entwurfsplanung
Zentraler Planungsansatz bei der Grundrissgestaltung bildet das moderne Pädagogikkonzept von Lernclustern gemäß den Vorgaben der Dortmunder Schulbauleitlinie. Das Grundprinzip eines Clustermodells umfasst neben vier bis fünf Lern- und Unterrichtsräumen pro Cluster, Differenzierungs-, Aufenthalts- und Erholungsbereiche sowie Teamräume für das pädagogische Personal. Hinzu kommen Nebenräume, wie Sanitär- und Materialräume. Die Clustermitte bildet die Gemeinschaftsfläche bzw. die Lernlandschaft ab. Darüber hinaus werden für die neue Grundschule auch bedarfsorientierte Bildungs- und Vernetzungsflächen, ein Elterncafé mit Kinderbetreuung und Snoezelraum sowie eine Dachterrasse auf der eingeschossigen Sporthalle geplant. Die gesamte vertikale und horizontale Erschließung des Gebäudes ist barrierefrei geplant. Die im Untergeschoss gelegene Turnhalle wird intern über Treppenhäuser und einen Aufzug erschlossen.

Berücksichtigung zentraler Nachhaltigkeitsaspekte
Die beiden unteren Geschosse erhalten eine Klinkerbekleidung. Während die Süd- und Westfassade eine zusätzliche Wuchshilfe zur Fassadenbegrünung erhalten, wird die Aula durch großzügige Glasflächen betont. Die Lerncluster im 2. und 3. OG heben sich mit einer Holzbekleidung deutlich ab. Das zurückspringende 4.OG mit dem 2grünen Klassenzimmer“ sowie den Mehrzweck- und Technikräumen nimmt sich optisch zurück und wird, wo möglich, ebenfalls mit einer Fassadenbegrünung versehen. Das Dach wird extensiv begrünt und als Retentionsdach gestaltet, um bei Starkregen als Pufferspeicher zu dienen. Versiegelte Flächen im Außenbereich werden auf ein Minimum reduziert. Regenwasser wird in Zisternen gesammelt und zur Bewässerung der Grünflächen und Bäume genutzt. Die Wärmeversorgung erfolgt über Fernwärme von „DEW21“.

Neubau statt Sanierung
Bereits 2020 untersuchte P+ Architekten Ingenieure im Auftrag der Stadt Dortmund die Entwicklung der Schule zu einem zukunftsfähigen Standort. Der Altbau von 1903 wies erhebliche bauliche Mängel und schadstoffbelastete Materialien auf. Auch die Sporthalle zeigte Feuchtigkeitsschäden. Das geforderte Raum- und Funktionsprogramm ließ sich im Bestand nicht ohne aufwendige Reorganisation der Flächen umsetzen, weshalb die Studie den Abriss und Neubau am selben Standort empfahl.

Eine Auswahl unserer Projekte