Florianturm Dortmund

Sanierung und Entwicklung eines nachhaltigen Nutzungskonzeptes

Mit 208,56 m Höhe ist der Florianturm eine der bekanntesten und imageträchtigsten Landmarken Dortmunds. Seit 10 Jahren werden P+ Architekten Ingenieure mit der Umsetzung diverser Maßnahmen von der Stadt Dortmund beauftragt.

Der Dortmunder Architekt Will Schwarz entwarf den Sende- und Aussichtsturm ursprünglich für die Bundesgartenschau 1959. Zunächst entstand der Turm ohne Nebengebäude. Zwischen 1962 und 1964 kamen zwei Anbauten hinzu, die Platz für ein Restaurant und die Sendetechnik am Turmfuß schufen.

Ab Ende der 1980er Jahre wurden Anlagen und Bauteile in mehreren Etappen instandgesetzt. 1998/1999 folgten umfassende Maßnahmen zur Verbesserung des Brandschutzes: Der Einbau einer Brandmeldeanlage, von Sprinklern und die bauliche Trennung des Aufzugschachts erhöhten die Sicherheit. Um im Notfall 200 Besucher geordnet von der Aussichtsplattform zu evakuieren, ergänzte man den Turmschaft um ein Fluchttreppenhaus.

Die durchgeführten Maßnahmen wurden durch P+ Architekten Ingenieure nachträglich der baurechtlichen Genehmigung zugeführt. Der Gesamtprozess der brandschutztechnischen Verbesserungen hat damit einen Abschluss gefunden.

Sanierung der Besucherplattformen
Im Zuge der Brandschutzmaßnahmen wurde auch der Bodenbelag der Besucherplattformen erneuert. In Abstimmung mit den ursprünglichen Entwurfsverfassern und der Denkmalpflege entwickelten P+ Architekten Ingenieure neue Gestaltungsideen. Der assoziative Entwurfsansatz – wie „Stil und Blüte“ beim Turm selbst – wurde auch bei den Plattformen favorisiert: Die radiale Verlegung der Fliesen als „Funkwellen“, die in die Ferne gesendet werden, schaffen einen direkten Bezug zwischen Turm und Panorama.

Sanierung der Sanitäranlagen
Im Anschluss an die Maßnahmen zur Brandschutzsanierung wurden auch die WC-Anlagen am Turmfuß modernisiert. Neben Barrierefreiheit und aktuellen Sicherheitsstandards spielte der sensible Umgang mit der Architektur von Will Schwarz eine zentrale Rolle. Angeregt durch die kunstvollen Mosaikflächen in zahlreichen seiner Bauten wurden fenstersimshohe farbige Mosaikflächen realisiert. Die Verschiebung der jeweiligen Farbanteile Gelb, Grün oder Blau in den unregelmäßigen Mustern differenzieren dabei auf spielerische Art die drei Funktionsbereiche „Frauen“, „Männer“ und „behindertengerechtes WC“. 2024 konnte dann noch die denkmalgerechte Planung zur Sanierung der Dachflächen abgeschlossen werden.

Entwicklung eines nachhaltigen Nutzungskonzeptes
Nach der Einstellung des Betriebs durch die Deutsche Funkturm GmbH erfolgt aktuell eine umfassende technische Substanzerkundung zur Entwicklung eines nachhaltigen Nutzungskonzepts. Um die Umsetzbarkeit verschiedener Szenarien frühzeitig zu prüfen, werden zunächst mit Fachplanern für die technische Gebäudeausrüstung und dem Tragwerk die dafür notwendigen Ertüchtigungsmaßnahmen ermittelt und abgewogen.

 

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